Spielt am Samstag unser Fußballclub...
Das Alemannia-Fanbuch


Die Aachener Zeitung berichtete am 28. Juli 2007


Eine Saison Bundesliga im Spiegel der Fan-Emotionen

Neues Alemannia-Buch von Franz Creutz: Ein Rückblick auf das einjährige Bundesliga-Abenteuer durch die subjektive Brille


Es war schön. Und wir wollen eigentlich keine Minute missen - egal, ob sie zum Sieg oder zur Niederlage führte. 34 Spiele, an deren Ende die Erkenntnis stand: Alemannia Aachen in der 1. Bundesliga - ein Gastspiel für (vorerst) ein Jahr. 36 Jahre hatten die Fans gewartet, um wieder in der deutschen Königsklasse mitjubeln, mitfiebern und letztlich auch mittrauern zu können oder zu müssen.

Das Jahr war ein besonders wichtiges Kapitel in der Historie des Traditionsklubs, daran ändert auch das Scheitern nichts. Und nicht nur für Eingeweihte kommt es nicht überraschend, dass Franz Creutz auch dieses Kapitel in einem Alemannia-Band dokumentiert hat. „Spielt am Samstag unser Fußballclub“ hat er den 128 Seiten dicken Band genannt, frei nach der ersten Strophe des „Aber eins“-Klassikers der Drei Atömchen. Die besangen einst Zweitliga-Zeiten, und da wurde eben sonntags gespielt.


Der sechste Band

Einen entscheidenden Hinweis auf die Perspektive, aus der das Buch entstanden ist, gibt der Untertitel „Das Alemannia-Fanbuch“. Gezielt hat Creutz bei seinem neuen Band die Rolle der wichtigsten Menschen außerhalb des Rasens eingenommen: die Fans. Bei seinem inzwischen sechsten Band über seinen Lieblingsverein hat er dabei mit AZ-Redakteur Thorsten Karbach gekonnte Doppelpässe gespielt. Creutz hat die Rolle des Herausgebers übernommen, Karbach hat zahlreiche Einzelbeiträge geschrieben und wichtige redaktionelle Arbeiten geleistet.


Das Buch hat eine leicht nachvollziehbare Struktur: Jedes Spiel wird aus Sicht der Fans kommentiert. Sie geben ihre Einschätzung des Geschehens auf dem Rasen wieder, aber auch Einblick in ihre Gemütslage. „Wir haben so lange auf den Aufstieg gewartet. Die Saison musste einfach in einem Buch festgehalten werden“, betonte der Herausgeber bei der gestrigen Präsentation. „Und wir wollen den emotionalen Gegenpart zur objektiven Berichterstattung in den Medien bieten.“ Und Karbach ergänzte: „Wir wollten ganz nah an die Emotionen. An die Gefühle vor und nach dem Spiel.“

Achim Foki, bei der IG der Alemannia-Fans und Fanklubs für die Fanarbeit zuständig, hatte elf passende Mitstreiter ausgesucht, die ihre Gefühle zu den einzelnen Spieltagen vermitteln. Diese emotionsschwere Chronologie wird flankiert von zahlreichen Einzelbeiträgen, die Aspekte des Fan-Daseins und Geschichten rund um die Alemannia beleuchten: die Fan-IG, sympathische Auswüchse des Aberglaubens, das Werk des Mini-Tivoli als bleibendes Modell der Stadion-Legende (ein Teil des Verkaufserlöses geht in dieses Projekt), die Stolberger Tivoli-Jonge und vieles mehr. Ein umfassender statistischer Teil mit speziellen Aspekten zu den einzelnen Spielern wurde möglich dank des Sponsors Takeda-Pharma.

Dem Fan ist mit dem neuen Band wieder ein echtes Stück Alemannia ans Herz gelegt, das von seiner besonderen Perspektive lebt. Von den Innenansichten. Und es belegt, dass die letzte Saison in der Tat eine tolle war.

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